Mir wurde angetragen doch mal einen fairen Vergleich für die unterschiedlichen Windowsversionen zu verfassen, aber wie soll man Win 3.1 mit XP vergleichen? Will man das überhaupt? Ich hab mich für einen Kompromiss entschieden und mal einen Überblick über die zig Windowsversionen gemacht.
Das wäre ein Artikel gewesen für jemanden, der noch nie mit Windows gearbeitet hat. Aber wo gibt’s das schon? So musste ich mich halt auf die Suche nach den harten Windows Fakten machen, die unumstösslich sind und von jedem Informatiker akzeptiert werden. Ich werde mich nicht über die Stabilität von den verschiedenen Versionen äussern, da hat wohl jeder seine eigene Story dazu (Ich hätte da eine zu XP. Aber wer will sich schon 3 Seiten lang über mich und mein XP lustig machen?).
Am Anfang war das Wort, und das Wort war DOS
Bis ins Jahre 1985 wurden wir von Windows völlig verschont. 1985 erschien dann eine erste Fairer Windows-vergleichVersion von Windows. Alles noch sehr eckig und in maximal 16 Farben. Man freundete sich noch nicht wirklich damit an, auch nicht als Windows 2.0 im Jahre 1988 einen drauf setzte.
Erst mit den Versionen 3.0 (1990) und 3.1 (1992) und der legendären Version 3.11 for Workgroups (1992), mit Netzwerkunterstützung, konnte sich Windows durchsetzen. Aber dennoch es war nicht viel mehr als ein GUI für DOS. Für den professionellen Anwender wurde kurze Zeit später, 1993, Windows NT 3.1 herausgebracht. Ein wirklich neues Betriebssystem ohne DOS-Unterbau, es sah aber genau gleich aus wie das “Heim-Windows”.
Nun wollte Microsoft auch für den Heimanwender mehr als nur ein GUI zur Verfügung stellen und man verkündete, die 32-Bit Revolution würde kommen. Als es 1995 endlich soweit war, wurden von Windows 95 über eine Million Kopien alleine in der ersten Woche verkauft. Tatsächlich ist das wohl der grösste Schritt den Microsoft je gemacht hat. Zwar wurde immer noch ein MS-DOS mitgeschleppt (MS-DOS 7.0) aber der Unterschied war markant. Im selben Jahr stellten sie auch Windows NT3.51 vor, welches offensichtlich das Pendant zu Win 95 war, die Bedienung war ähnlich und man musste um Windows zu beenden auch auf Start drücken.
Danach wurde Windows 9x jahrelang verbessert. 1996 kam OSR2, auch bekannt als Win95B, ein Jahr später 95C (OSR2.1 und 2.5). Es kam die Integration von USB und moderner Hardware hinzu und endlich kam FAT32, welches auch Festplatten mit mehr als 4 GB in einem Stück partitionieren konnte.
Mit NT 4.0 kam 1996 dann das wohl am längsten verwendete Betriebssystem überhaupt. NT 4.0 war die sehnlichst erwartete stabile Version aus der NT Familie. In vielen Firmen wird sie sogar heute noch verwendet, weil sie etabliert ist („never change a running system“) und eine gute Userverwaltung hat. Die Features, die Firmen halt gerne haben. Auch NT4 hat sich entwickelt. Dort nannte man die Stufen halt Service Packs (SP1 – SP 6). Leider läuft es nur noch auf relativ alter Hardware, da der Produktlebenszyklus durchlaufen ist. In ein paar Monaten werden keine Veröffentlichungen mehr für NT4 gemacht. Auch der Support wird eingestellt.
1999 kam dann 98SE, welches von vielen heute noch gemocht wird, und ein Jahr später schon wieder ersetzt wurde durch Windows ME (Millennium Edition), welches eigentlich nichts neues brachte ausser einer Systemwiederherstellungsoption welch schönes Wort). Auch hier gilt aber, dass Win98, 95 und DOS ihren Lebenszyklus
beendet haben.
Auch im Jahrtausend-Jahr kam Windows 2000, welches der erste Versuch war die 9x und die NT Linie zu vereinen. Das hat dank guter Treiber wohl auch geklappt, Windows 2000 ist auch auf Privatrechnern
sehr verbreitet.
Und seit Ende 2001 gibt es Windows XP in einer Home und Pro Version, die Unterschiede liegen nur noch in einigen nicht vorhanden Optionen bei der Home-Version. Dies wäre dann wohl definitiv der Tod der 9x-Familie, da XP endgültig ohne DOS auskommt.
Fakten, Fakten, Fakten
Ich denke im Prinzip wusstet ihr das ja schon alle, ich hab’s nur mal wieder etwas aufgefrischt. Die Frage ist jetzt was sollte man an einem Windows testen, was man objektiv beurteilen kann? Gut, erst mal die Hardware Vorraussetzungen:
Man kann feststellen, dass die Voraussetzungen ungefähr mit der Leistungsfähigkeit der Computer zugenommen hat. Das heisst auch die Voraussetzungen wachsen ungefähr exponentiell. Die Zunahme beim Ram ist etwas höher als bei den Prozessoren. Für ein Windows im Jahre 2005 kann man also sagen, wird es mindestens einen 500 MHz schnellen Computer mit mindestens 256 MB Ram brauchen! (Geht eigentlich noch)
Aller guten Dinge sind drei
| min Ram | empfohlen | Prozessor | Harddisk | |
| Windows 3.11 | 4 MB | 16 Mhz | ||
| Windows 95 | 8 MB | 33 Mhz | ||
| Windows 98 | 16 MB | 66 MHz | ||
| Windows NT 4.0 | 16 MB | 32 MB | Pentium | ~110 MB |
| Windows 98SE | 24 MB | 66 MHz | ~300 MB | |
| Windows ME | 150 MHz | ~500 MB | ||
| Windows 2000 | 64 MB | 128 MB | 166 MHz | ~650 MB |
| Windows XP Home | 128 MB | 256 MB | 233 MHz | ~1.5 GB |
| Windows XP Pro | 128 MB | 256 MB | 233 MHz | ~1.5 GB |
So und jetzt den Härtetest zum Schluss. Die letzten drei Windowsversionen (ME stellvertretend für 9x, 2000 und XP) müssen sich in einem Duell gegeneinander beweisen. Zunächst der Start-Test. Wie lange brauchen die verschiedenen Windows bis sie betriebsbereit sind? Wie man an der Grafik sieht, ist Windows 2000 eindeutig am langsamsten und mit genügend RAM schlägt XP sogar ME, obwohl XP eigentlich deutlich komplexer ist.
[img:1]Beim Starten von Word 2000 bewähren sich XP und 2000 fast gleich; nur wenn man wirklich viel RAM hat gibt es einen kleinen Vorteil für XP. ME ist abgeschlagen auf Platz 3. Die Unterschiede sind aber so klein, dass wohl niemand zu einem Umstieg gebracht wird auf Grund dieser 2 Sekunden. Aber immerhin, auch kleine Schritte mögen etwas bringen.
Neben Starten und Arbeiten will man ab und zu auch mit seinem PC gamen, ausser man hat seine Spielekonsole und braucht zum Arbeiten seinen alten 500 MHz Rechner. Gehen wir aber mal davon aus, ihr wollt auch noch etwas Spielen auf eurem Computer. Hier offenbaren sich noch kleinere Schwächen bei XP. Es scheint so, dass Windows 2000 immer einen Hauch vor XP ist. Bei den D3D spielen ist Windows ME deutlich am schnellsten und bei OpenGL Spielen nur knapp hinter den beiden Konkurrenten. Daraus könnte man jetzt schliessen, dass ME die Spielplattform ist. Das wird aber wohl über kurz oder lang ein Ende haben, wenn keine neuen DirectX-Versionen mehr für Windows 9x rauskommen, und dann scheint es keinen signifikanten Vorteil für einen der Rivalen zu geben.Es scheint, als ob Windows 2000 und Windows XP sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Welches System für ihn das bessere ist, muss dann wohl wieder jeder selber wissen. Damit sind wir eigentlich keinen Schritt weiter. Andererseits ist es ein salomonisches Urteil mit dem hoffentlich alle leben können.
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