Griechenlands dritte Option (#Grexit)

Frage

Eine Frage stellt sich bei mir seit mindestens 3 Jahren - warum soll es nicht möglich sein Griechenland pleite gehen zu lassen und trotzdem den Euro zu behalten?

These

Diese Option wird ab und zu von den Medien behandelt aber meist als nicht realisierbar abgehakt, aber in 95% der Artikel gibt es nur zwei Lösungswege: Refinanzierung mit geliehenen Euro's oder #Grexit, also der Austritt von Griechenland aus dem Euro. Meiner Meinung nach wird es keine dieser beiden Optionen werden, und damit stehe ich wohl allein gegen eine Mehrheit von Experten und Ökonomen - meiner Meinug nach sind da Denkschemen vorhanden welche das erkennen anderer Optionen verhindert. Ich bin Amateur - aber ich wage eine Prognose heute vor dem Referendum, die allen etablierten Vorhersagen widerspricht.

Griechenland wird in Zahlungsverzug geraten und offiziell seine Schulden nicht bedienen - also offiziell als Bankrott gelten. Löhne werden sie vorläufig kaum bezahlen können, ein Teil der Schulden wird in IOU's (I owe you) ausgezahlt werden. Diese Schuldscheine werden in €uro sein. Diese Schuldscheine werden weniger Wert sein als echte Euros. Das kann man als Paralellwährung bezeichnen, aber faktisch sind alle Schulden weiter in Euros. Diese Schuldscheine werden gleichzeitig im Umlauf sein, und man wird versuchen sie schnell los zu werden. [Greshamsches Gesetz] Man kann damit zum Beispiel Schulden beim Staat begleichen, Steuern zahlen und zwar zum Kurs 1:1 - das werden also viele versuchen, weil man damit keine Deutschen Autos kaufen kann.

Griechenland wird auf sich allein gestellt sein, keiner wird ihnen Kredite geben, aber solange Geld oder Ersatzgeld vorhanden ist und der Steuerkreislauf noch funktioniert, wird Griechenland durchaus weiter wursteln können. Die Menge der IOUs ist beschränkt, weil deren Wert mit einer Ausweitung sinken wird. Der Staat hat also ein Interesse daran endlich einen Primärüberschuss zu erwirtschaften - die IOU's würden disziplinierend wirken. Mit einem Primärüberschuss könnte man als Allererstes die IOUs zurückzahlen, das System könnte sich einpendeln, der Staat könnte echte Euros erwirtschaften und müsste mit dem Geld haushalten weil sie keine Kredite bekommen.

Das so etwas funktionieren kann sieht man in Californien oder auch Montenegro, diese Staaten können keine Schulden in eigener Währung machen. Californien hatte mit IOUs Erfolg und Montenegro zahlt in Euro obwohl sie weder in der EU noch ein Abkommen mit der EU haben, und sie kriegen trotzdem Geld in Form von Krediten. Natürlich muss der Staat sich auf so etwas einlassen - aber es gibt keinen Grund zu glauben, dass man trotz Bankrott im Euro bleiben könnte. Dieses Dogma wird sich als falsch erweisen.

Und auch wenn Tsipras und Griechenland sonst jedes ihrer Versprechen gebrochen haben, am Euro festhalten war immer ein Ziel ohne Widerspruch. Auch die Bevölkerung steht dahinter - daher sollte Europa endlich anerkennen das Staaten halt auch pleite gehen können. Ihr seid selbst Schuld wenn ihr Kredite vergebt ohne euch über die Konsequenzen zu informieren. Pleiten gehören zur Ökonomie dazu - sie disziplinieren die Geldgeber - auch Staaten dürfen pleite gehen, auch im Euro.

So liebe Ökonomen und Experten - ihr dürft das jetzt zerreisen - aber ihr solltet eine gute Antwort haben darauf warum das nicht funktionieren soll.

TLDR

Das Dogma: "Pleite führt automatisch zum #Grexit" ist falsch. Auch am 1.1.2016 werden die Griechen mit Euros bezahlen oder in IOUs denominiert in Euro trotz Bankrott.

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