Heute machen wir einen kleinen Schritt zurück: von Multimedia will ich heute auf das Grundlegendste zurück kommen. Die gute alte Schrift. Aber keine Angst nicht Handschriften, die meisten (studentischen) Handschriften kann ich sowieso
nicht lesen.
ASCII
Am 17. Juni 1963 verabschiedete die ASA (American Standards Organization ) den Code ASCII. Es ist ein Sieben-Bit-Code, der einen Kompromiss zwischen den Anforderungen der Datenübertragungstechnik und der Einfachheit der Datenverschlüsselung darstellt. Bei Verwendung des Codes ASCII bestand die Möglichkeit, fehlerhafte Zeichen mit dem durch sieben Löcher dargestellten Zeichen * DEL * zu überschreiben. Von dem Lochstreifen konnte dann bei Bedarf auch eine lokale Kopie der Nachricht gedruckt werden. Während der teueren Verbindungszeit (on-line -Zeit) konnte die auf dem Lochstreifen schon vorbereitete Nachricht dann schnell übertragen werden.
Diese Codierung von Lochkarten und Fernschreibern wurde dann einfach auf das Byteformat der Computer übernommen. (Inklusive Nichtdruckbarer Zeichen wie etwa BELL, CR und LF) Da die Amerikaner wieder mal nur an sich dachten, waren im ASCII Zeichensatz natürlich keine Umlaute oder Akzente anderer Sprachen enthalten. Als dann der Computer auch in unsere Breitengrade kam, wurden die Schriftsätze erweitert. Man hatte ja noch ein zusätzliches Bit übrig. Dies führte dazu das ein ASCII-Text je nach verfügbarem Zeichensatz schon mal etwas merkwürdig aussah. Der Vorteil an ASCII war natürlich, dass er recht klein war und wir wissen ja wie wichtig Speicher dazumal war. Man erinnere sich nur an das zweistellige Datum das vielen Computern zum Verhängnis wurde...
UNICODE
Das Unicode-Consortium beschreibt sich als eine non-profi t Organisation, welche die weiterentwicklung des Unicode Standards vorantreiben will. Der Unicode Standard will jedem Zeichen, egal auf welcher Plattform, egal in welchem Programm, eine eindeutige Bitfolge zuordnen. (16 Bit Unicode / 32 Bit Unicode)
Und nun ist vor kurzem gerade Version 4.0.0 vom Consortium verabschiedet worden. Wollen wir uns das ganze doch mal ansehen, weil es doch ziemlich witzig ist was man eigentlich alles schon Darstellen könnte, wenn man den richtigen Zeichensatz auch auf seinem Computer installiert hätte. Allein in Version 4 sind 1226 Zeichen neu dazu gekommen.
Da ich sowieso nicht alles Auflisten kann, was für Sprachen und Zeichengruppen es gibt, hier wenigstens mal was, das ganz neu dazu gekommen ist: Neben weiteren Währungssymbole, einigen Lateinschen und Kyrillschen Zeichen, kann man jetzt auch in Limbu, Tai Le Script, Khmer und Yijing Hexagram Symbolen schreiben. Aber auch Ideogramme, Zypriotisch, Ugraitic wurden hinzugefügt.
Nach diesem “kleinen” Update sieht die Statistik zu Unicode wie folgt aus: 96,248 Gra-
phische Zeichen, 134 Formatierungszeichen, 65 Kontrollzeichen (kaum erwähnenswert), 137.468 Zeichen gelten als Privatgebrauch, 2.048 Zeichen sind Surrogate (Ersatzzeichen), 66 gelten als “nicht Schriftzeichen” und unglaubliche 878.083 Zeichen gelten als reserviert.
Auf der Homepage von Unicode sind alle Zeichen auch tatsächlich zu bestaunen. Wolltet ihr nicht auch alle schon mal in Mongolisch, Cherokee, Bengali oder in Runen programmieren?
Da zumindest Java Unicode unterstützt, könnt ihr eure Variablen endlich nach dem Chinesischen Zeichen für Hund benennen.
Kommentar schreiben